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Geschichte der Evangelischen Johanneskirche in Hofheim

„Und bauet auch ihr euch als lebendige Steine zum geistlichen Hause...“ Unter diesem Bibelwort wurde am 31. Oktober 1900 die evangelische Kirche in Hofheim geweiht. Zwar bestand bereits im 16. Jahrhundert nach der Reformation eine evangelische Gemeinde in Hofheim, doch im Zuge der Gegenreformation wurde Hofheim im Gegensatz zu den Nachbargemeinden Lorsbach und Diedenbergen dem Erzbistum Mainz zugeordnet. Die Bevölkerung nahm den katholischen Glauben an. Erst in der Mitte 19. Jahrhunderts zogen durch die fortschreitende Industrialisierung und den Eisenbahnbau immer mehr evangelische Christen nach Hofheim, so dass 1870 eine evangelische Gemeinde in Hofheim gegründet wurde. Das Verhältnis der beiden Konfessionen war schon damals gut: So läuteten die Glocken der katholischen Kirche auch bei Beerdigungen von evangelischen Christen. Dieser ökumenische Gedanke zeigt sich bis heute in gemeinsamen Gottesdiensten, der Ökumenischen Chorgemeinschaft, der Bereitstellung von Gottesdiensträumen usw..

Da damals der Weg zum Gottesdienst nach Diedenbergen recht beschwerlich war, beschloss die Gemeinde 1877, einen Raum im Kellereigebäude für den Gottesdienst anzumieten, und schließlich fiel die Entscheidung, eine neue Kirche zu bauen. Mit der Unterstützung des Gustav-Adolf- Vereins und vieler anderer Geldgeber konnte der Bau 1899 begonnen werden. Der Kirchenraum wurde bereits so konzipiert, dass er auch eine größere Gemeinde aufnehmen konnte. So blieb es nicht aus, dass die Baukosten überschritten wurden.

„Frohes Glockengeläute kündigte heute in aller Frühe den Anbruch dieses so lang ersehnten Tages an. Das Wetter ist gar nicht verlockend, nass und regnerisch“, so ein Zeitzeuge über den Tag der Einweihung am 31. Oktober 1900.

1914 war die Gemeinde so gewachsen, dass sie sich von Diedenbergen löste und eine selbständige Kirchengemeinde wurde.
In den beiden Weltkriegen wurde die Kirche zwar nicht zerstört, doch wurden jeweils zwei der drei Glocken für Kriegszwecke eingeschmolzen. Jedoch wenige Jahre nach Kriegsende konnten in beiden Fällen wieder neue Glocken geweiht werden.
Noch vor dem Ende des 1. Weltkrieges wurde im August 1918 die Villa Lina an der Kurhausstrasse als Pfarrhaus gekauft. Inzwischen wurde auf dem Grundstück ein modernes Pfarrhaus gebaut.
Die 1924 ins Leben gerufene Schwesternstation musste 1939 unter dem Druck der nationalsozialistischen Herrschaft geschlossen werden. Doch gleich nach dem 2. Weltkrieg – 1946 - wurde sie wieder eröffnet. 1982 wurde sie in die ökumenische Sozialstation Hofheim/Eppstein übernommen Im 2. Weltkrieg und in den Nachkriegsjahren wurde die Bevölkerungsstruktur Hofheims durcheinander gewirbelt. Viele Frankfurter zogen aus der zerstörten Stadt in die umliegenden Taunusgemeinden, Flüchtlinge aus dem Osten kamen hinzu, und so wuchs die Gemeinde weiter. Infolge dessen löste sich 1951 die evangelische Gemeinde Kriftel von Hofheim. Ein Gemeindehaus wurde an der Rossertstrasse gebaut, das sich schon bald als zu klein erwies, so dass 1964 ein neues Gemeindezentrum an der Kurhausstrasse errichtet wurde, um ausreichend Platz für die verschiedenen Aktivitäten der Gemeinde zu bieten. Hier konnte der 1953 gegründete Kindergarten eine größere Bleibe erhalten.
75 Jahre nach dem Bau der Kirche war der Kirchenvorstand der Meinung, dass es nun an der Zeit wäre, der Kirche einen eigenen Namen zu geben, da im Stadtteil Marxheim inzwischen die Thomasgemeinde entstanden war. In einer Gemeindeabstimmung wurde der Name Johanneskirche gewählt.
Im Laufe der Jahre waren größere Reparaturen im Außenbereich notwendig, der Vorbau über dem Eingang wurde abgerissen, die Orgel musste ersetzt werden und eine Innenrenovierung wurde durchgeführt.
Inzwischen ist die Kirche nicht nur ein Treffpunkt der Gemeinde zu den Gottesdiensten und Kirchenkonzerten, sondern dient als Podium für junge Musiker im Rahmen der Internationalen Musiktage Hofheim.
Ende März 2014 wurde das 100jährige Jubiläum der Gemeinde gefeiert.

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